Schloss Friedenstein, Gotha

Schloss Friedenstein, Gotha

Sanierung und Präsentation des Kulturerbes Schloss Friedenstein und Herzoglicher Park Gotha

Bauherr: Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten

Projektzeitraum: 2018-2031

Baukosten: 23,8 Mio. EUR

Status: Denkmalensemble

Geschichte

Nach der Gründung des Herzogtums Sachsen-Gotha inmitten des Dreißigjährigen Krieges ließ sich Herzog Ernst der Fromme zwischen 1643 und 1656 ein Schloss gewaltigen Ausmaßes errichten: Die dreiflügelige Anlage des drei- bis viergeschossigen Schloss Friedensteins verfügt über eine beträchtliche Nutzfläche von über 20.000 Quadratmetern – neben den herzoglichen Wohn- und Repräsentationsräumen sollte es Platz für alle Wirtschaftsbereiche und Staatsbehörden bieten. Seine imposante Wirkung wird durch die gewaltige Dachlandschaft und die beiden mächtigen Ecktürme der Südfassade betont. Das Schloss ist eingebettet in eine großzügig angelegte Parkanlage.

Ist die Fassade durch eine streng achsialsymmetrische Fensterordnung relativ schlicht gestaltet, finden sich im Inneren des Schlosses reich ausgestaltete Repräsentationsräume vom Barock über den Klassizismus zum Historismus. Diese in ihrer Geschlossenheit einzigartigen Räumlichkeiten beherbergen heute die Stiftung Schloss Friedenstein Gotha mitsamt Schlossmuseum, Museum der Natur und Historischem Museum im Nord- und Westflügel. Im Ostflügel befindet sich die Forschungsbibliothek Gotha, deren Bestand unter anderem eine der deutschlandweit wichtigsten Handschriftensammlungen umfasst. Die wertvollen Sammlungen gehen in Teilen auf die Sammeltätigkeit des Herzogshauses zurück und sind durch diese seit 350 Jahren bestehende Kontinuität von herausragender kulturhistorischer Bedeutung. Im Westturm befindet sich das Ekhof-Theater, das zwischen 1681 und 1687 eingerichtet wurde und bis heute bespielt wird – mitsamt barocker Bühnenmaschinerie.

Auch Spuren des Vorgängerbaus, die den Übergang von einer befestigten Burg zum Schloss aufzeigen, finden sich: Schloss Friedenstein steht noch immer auf dem ehemaligen Burgberg und im Keller sind mittelalterliche Gewölbe erhalten.

Projektbeschreibung

Über eine Laufzeit von 14 Jahren sollen die bisher unsanierten Bereiche des Schlossensembles instandgesetzt werden, wobei der Erhalt der wertvollen Denkmalsubstanz von oberster Priorität ist. Wir freuen uns darüber, die Sanierung des Gesamtschlosses (ohne Teilbereiche des sanierten Westflügels) zu übernehmen. Um die vielfältige Nutzung des historischen Gebäudes auf lange Zeit zu sichern, müssen dringend statisch-konstruktive Ertüchtigungen erfolgen: Insbesondere im Bereich des Daches und der Bibliothek im Ostturm sind umfangreiche Sanierungsmaßnahmen vonnöten, wobei mit Rücksicht auf das Denkmal minimalinvasive und substanzschonende Lösungen zur Anwendung kommen. Ungenutzte Bereiche sollen wieder in Nutzung gebracht und so die Räumlichkeiten der Museen und der Bibliothek erweitert werden. Im Zuge dessen wird die wertvolle bauzeitliche Ausstattung der Prunkräume gesichert und teilweise restauriert.

Planungsaufgabe
  • Objektplanung
  • Aktualisierung des Masterplans, Erstellung der tabellarischen Raumbedarfsplanung
  • Bauunterlagen nach RZBau
  • Bau im laufendem Betrieb
Bauaufgabe
  • Statisch-konstruktive Ertüchtigung (minimalinvasive Reparatur des Dach- und Deckentragwerks)
  • Schwammsanierung mit substanzschonenden Sonderverfahren
  • Herstellung der Nutzungsmöglichkeit von ungenutzten Bereichen
  • Nutzungsänderungen
  • Restaurierung/Sicherung der wertvollen Ausstattung der Prunkräume
  • Dekontaminierung (Holzschutz)
  • Erneuerung der Gebäudetechnik
  • Umsetzung von Brandschutzanforderungen
  • Sicherstellung der barrierefreien Erschließung des öffentlichen Gebäudes

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