Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.  Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Schloss Gadebusch

Schloss Gadebusch

Gesamtsanierung und Umbau zu einer Kultur- und Bildungsstätte

Bauherr: Stadt Gadebusch

Projektzeitraum: 2018-2024

Baukosten: 14,8 Mio. EUR

Status: Einzeldenkmal

Geschichte

An der mit Terrakotten reich geschmückten Fassade lässt sich bereits die Bedeutung des mecklenburgischen Renaissanceschlosses erkennen, das durch seine erhöhte Lage auf dem Schlossberg über der Stadt Gadebusch thront. An der Stelle einer mittelalterlichen Burganlage ließ Herzog Christoph, der jüngste Bruder des Herzogs Johann Albrecht I., in den Jahren zwischen 1570 bis 1573 den Schlossneubau durch den Baumeister Christoph Haubitz errichten. Die Gestaltung lehnte sich an die etwa zwanzig Jahre zuvor errichteten Bauten des Wismarer Fürstenhofs und des Schweriner Schlosses an.

Das Schloss ist als einflügeliger, dreigeschossiger Baukörper mit einem zur Hofseite gerichteten, giebelbekrönten Seitenrisalit ausgeführt. Die horizontale Ausrichtung des Baus wird durch breite Terrakottenfriese an beiden Traufseiten und der westlichen Giebelseite betont. Einige der Terrakottenplatten sowie zwei Giebelgestaltungen sind Rekonstruktionen des Hagenower Landbaumeisters Gustav Hamann, der 1903 eine umfangreiche Sanierung des Schlosses vornahm. Im Gegensatz zu den Bauten in Schwerin und Wismar, deren Fassaden zu Beginn des 20. Jahrhunderts fast vollständige Erneuerung erfuhren, beließ Hamann einen großen Teil der Terrakotten unberührt. Der vergleichsweise gut erhaltene Zustand der Fassadengestaltung des 16. Jahrhunderts macht heute die besondere kunsthistorische Bedeutung des Schlosses Gadebusch aus.

Im Laufe der Zeit wurde der ursprünglich einflügelige Bau um zwei Anbauten ergänzt, die von der wechselhaften Nutzungsgeschichte des Schlosses zeugen: vom ursprünglichen Residenzsitz der mecklenburgischen Fürsten über den Umbau zum Amtsgericht im 19. Jahrhundert hin zur Nutzung als Internat in DDR-Zeiten. So wurde im Jahre 1734 anschließend an die Ostfassade des Schlosses ein Küchenanbau errichtet. 1819 folgte auf der westlichen Innenhofseite die sogenannte Remise – ein Fachwerkbau, der im 19. Jahrhundert vor allem als Viehstall sowie als Holz- und Torflager der Stadt Gadebusch diente. Von der Nutzung des Schlossensembles als Schul- und Internatsbau zeugt heute die in den 1960er Jahren errichtete Aula mit ihrem markanten runden Glasbausteinentrée.

Projektbeschreibung

Im Zuge der aktuellen Gesamtsanierung soll das Schloss mitsamt seiner Nebengebäude zu einer Kultur- und Bildungsstätte entwickelt werden, die in einem vielfältigen Raumprogramm Platz für verschiedenste Veranstaltungsformate bietet: Neben Ausstellungsräumen, einem Veranstaltungssaal und Proberäumen sind auch Büroräume sowie gastronomisch genutzte Bereiche vorgesehen. Derzeit befinden wir uns in der Vorplanungsphase.

Hauptanliegen der Planung ist es, die historischen Gebäude denkmalgerecht und substanzschonend in eine nachhaltige Nutzung zu überführen. Die vielfältigen Bauphasen des Schlosses sollen im Zuge der Sanierung in verschiedene Bereiche gegliedert und herausgearbeitet werden. Hierbei werden historische Befunde an den Decken und Wänden gesichert oder teilweise freigelegt und präsentiert. Dabei gilt es, die hohen denkmalpflegerischen Ansprüche mit den modernen Anforderungen an ein öffentliches Gebäude zu vereinen.  

Planungsaufgabe
  • Generalplanung
  • Denkmalpflegerische Zielstellung
  • Brandschutzkonzept
  • SiGeKo
  • Bestandserfassung
  • Raumakustische Planung
Bauaufgabe
  • Denkmalgerechte Hüllensanierung
  • Restaurierung der Terrakotten, Erneuerung des Putzes
  • Sanierung und Instandsetzung historischer Fenster und Außentüren sowie Neubau nach historischem Vorbild
  • Reparatur des Dach- und Deckentragwerks
  • Innensanierung mit Umnutzungen
  • Sicherstellung der barrierefreien Erschließung des öffentlichen Gebäudes
  • Sicherung, Konservierung und Restaurierung historischer Befunde an Wänden und Decken
  • Umsetzung von Brandschutzanforderungen
  • Planung und Einbau der Haustechnik

zurück