Historisches Rathaus Goslar

Rathaus Goslar, Stadt Goslar

Umnutzung zum Welterbe-Info-Zentrum und Hüllensanierung

Bauherr: Goslarer Gebäudemanagement

Projektzeitraum: 2016-2019

Baukosten: 8,0 Mio. EUR

Status: UNESCO-Welterbe

Geschichte

Die ältesten Baustrukturen des Rathauses gehen auf umfangreiche Neubaumaßnahmen im 15. und 16. Jahrhundert zurück, wobei sich Reste der früheren Gebäudestrukturen in Teilen erhalten haben.

Der Rathauskomplex in seiner jetzt aufgehenden Bausubstanz entstand in der Zeit der bergbaulichen Blüte von Goslar, in der die Stadt zudem auch Mitglied der Hanse war. Dies zeichnet auch die Marktfassade des im 15. Jahrhundert errichteten Ostflügels aus, die nicht durch einen repräsentativ gestalteten Eingang beherrscht wird, sondern von einer zweischiffigen Arkadenhalle, in der Handel stattfand und hinter der im Erdgeschoss kleinteilige Raumstrukturen von untergeordneter Nutzung lagen. Die repräsentative Hauptfassade des Rathauses zeigt nach Süden, dort liegen die Eingänge in alle wesentlichen Gebäudeteile.

1560 wurde der Nordflügel ergänzt, eine aufwändig gestaltete Fachwerkfassade mit Krüppelwalmdach.

Erst nach der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Nordwestflügel angefügt. Dieser zeigt nach Norden und Westen schlicht gestaltete Fassaden aus Werksteinmauerwerk. Über dem aus vielen Gebäudeteilen über viele Jahrhunderte gewachsenem Baukörper erheben sich im Kern bauzeitliche Dachkonstruktionen von großer räumlicher Komplexität.

Projektbeschreibung

Das Rathaus wird nach dem Umbau drei Nutzer beherbergen. In den weitläufigen Gewölben des Ratskellers wird ein Welterbe-Info-Zentrum eingerichtet. Im Erdgeschoss findet die Touristen-Information neue Räumlichkeiten. Die Repräsentationsräume im Obergeschoss können durch Besucher besichtigt werden, werden aber auch zukünftig dem Rat der Stadt Goslar für Sitzungen dienen.

Der Hof wird durch eine Überdachung und Vertikalverglasung zu einem Atrium. Gestalterisch bleiben seine außenräumlichen Qualitäten sowohl in städtebaulicher als auch gebäudebezogener Hinsicht erhalten. Im Mittelpunkt des Rathauses wird ein historischer Lichthof wieder freigestellt und nimmt eine wichtige Verteilerfunktion auf.

Die Umnutzung des Rathauses wird im Programm „Nationale Projekte des Städtebaus“ gefördert. Die parallel dazu durchgeführte Sanierung der Gebäudehülle durch das Denkmalprogramm der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien.

Planungsaufgabe
  • Objektplanung
  • Bestandserfassung
Bauaufgabe
  • Denkmalgerechte Hüllensanierung
  • Neuorganisation der Grundrisse unter Erhalt der Historischen Raumstruktur
  • Freistellung des inneren Lichthofes
  • Unterkellerung des Hofes für Technikräume und Erschließung
  • Sanierung mittelalterlicher Holzkonstruktionen
  • Restaurierung Historischer Wandfassungen
  • Erneuerung der gesamten Gebäudetechnik
  • Neubau eines gläsernen Atriums im Hof
  • Neuordnung der Vertikalerschließung und Barrierefreiheit

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