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Nicolaihaus, Berlin

Nicolaihaus, Berlin

Grundinstandsetzung

Bauherr: Deutsche Stiftung Denkmalschutz

Projektzeitraum: 2011-2016

Baukosten: 4,8 Mio. EUR

Status: Einzeldenkmal

Geschichte

Das Nicolaihaus zählt zu den ältesten Wohnhäusern Berlins und befindet sich in der Alt-Cöllner Brüderstraße im Bezirk Mitte. Während der Aufklärung befand sich hier einer der wichtigsten Treffpunkte für Künstler und Literaten in Berlin. Das Gebäude gliedert sich in Vorderhaus, zwei Seitenflügel und Quergebäude. Alle Gebäudeteile umschließen einen barocken Innenhof.

Es wurde um 1670 auf den Fundamenten zweier Vorgängerbauten errichtet und seitdem mehrmals umgebaut. 1710 wurde es zu einem Adelspalais der Familie Gotzkowsky aufgestockt. 1788 erwarb der Buchhändel Nicolai das Gebäude, der umfangreiche Veränderungen im Quergebäude vornahm. Ab 1822 wird das Gebäude zum Mietshaus und damit in verschiedene Einheiten zergliedert. Von 1908 bis zu seiner durch die Nationalsozialisten erzwungenen Schließung diente das Nicolaihaus als Lessingmuseum.

Im Zweiten Weltkrieg wurden der Gartenflügel und der linke Seitenflügel zerstört. Letzterer wurde 1953/54 im Zuge der Umnutzung zu einem Bürogebäude für das Zentralinstitut für Denkmalpflege der DDR wieder aufgebaut. Zwischen 1974 und 1984 fanden umfangreiche Sanierungsmaßnahmen statt. Im Quergebäude wurde in den 1970er Jahren das Treppenhaus aus dem mittlerweile abgerissenen Ermelerhaus in der Breiten Straße 11 eingebaut – die sogenannte Weydinger-Treppe wurde nach dem Entwurf von Karl Friedrich Schinkel angefertigt.

Projektbeschreibung

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat das Nicolaihaus im Jahr 2011 erworben, um ihre Potsdamer Abteilungen und die Berliner Hauptstadtrepräsentanz unter einem Dach zusammenzuführen. Mit dieser neuen Nutzung konnte das Gebäude zum ersten Mal seit der namensgebenden Buchhandlung Nicolai ganzheitlich betrachtet und eine vollständige Sanierung der Gebäudehülle sowie aller Innenräume durchgeführt werden. Im Laufe seiner wechselvollen Nutzungsgeschichte wurde das Gebäude in verschiedene Raumgruppen zergliedert und für einen Zeitraum von etwa 200 Jahren nur innerhalb dieser bautechnisch betrachtet. Demzufolge war die besondere Herausforderung der aktuellen Sanierungsmaßnahme, angesichts dieser breiten Vielheit an überkommenen Befunden eine gesamtheitliche Planung vorzunehmen.

Im Zuge der behutsamen Instandsetzung der Gebäudehülle und der Oberflächen in den Innenräumen wurden die wertvollen Befunde gesichert und teilweise präsentiert. Die Fenster und Türen wurden denkmalgerecht aufgearbeitet. Zudem wurden die beiden Treppenhäuser restauriert, die mit ihren barocken bzw. klassizistischen Treppenanlagen sowie der reichen Oberflächengestaltung zu den hochwertigsten Räumen des Nicolaihauses gehören.

Eine weitere Herausforderung waren angetroffene Gebäudeschadstoffe im Bereich der Dachstühle. Im Vorderhaus konnte der barocke Dachstuhl durch eine reversible Maßnahme gesichert werden, indem er zum restlichen Gebäude hin gasdicht abgeschottet und zu einem Archivraum umgebaut wurde. Im Quergebäude und im linken Seitenflügel musste ein Neubau der Dachstühle erfolgen, da diese stark mit Holzschutzmitteln kontaminiert waren. 

Ziel der Sanierungsmaßnahmen war es, ein Maximum der wertvollen Denkmalsubstanz zu erhalten und das historische Gebäude zugleich in Bezug auf die hohen Ansprüche an eine zeitgenössische Nutzung zu modernisieren. Im Hinblick auf den Brandschutz und die Barrierefreiheit des öffentlichen Gebäudes waren Ertüchtigungsmaßnahmen notwendig. Die technische Ausstattung wurde für Büronutzungen und einen Veranstaltungsbereich vollständig erneuert.

Planungsaufgabe
  • Objektplanung
  • Brandschutzkonzept
  • Schadenskartierung
  • A+S-Planung + SiGeKo
Bauaufgabe
  • Umbau und Sanierung zur Hauptstadtrepräsentanz der Deutschen Stiftung Denkmalschutz
  • Denkmalgerechte Instandsetzung der Fassaden, Dächer, Fenster und Außentüren
  • Restaurierung des Weydinger Treppenhauses sowie der Holztreppe im Vorderhaus
  • Neubau von zwei Dachstühlen (Quergebäude und linker Seitenflügel) aufgrund starker Kontamination mit Holzschutzmitteln
  • Dekontamination (Holzschutzmittel, Künstliche Mineralfasern, PAK)
  • Abschottung einer gasdichten Archivfläche im Dachgeschoss des Vorderhauses
  • Denkmalgerechte Instandsetzung und Aufarbeitung aller Oberflächen (Wände, Decken, Böden, Innentüren) in den Innenräumen
  • Optimierung der Innenräume für die zukünftige Büronutzung
  • Einbau eines Personenaufzuges
  • Einbau eines zusätzlichen Fluchttreppenhauses (Stahlbetontreppe)
  • Erneuerung der gesamten Haustechnik (Heizung, Sanitär, Lüftung in Einzelbereichen, Stark- und Schwachstrom)
  • Erstellung des Brandschutznachweises und Umsetzung aller Forderungen

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