Löwenburg, Kassel

Löwenburg, Kassel

Grundinstandsetzung und Wiederaufbau

Bauherr: Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen

Projektzeitraum: 2015-2019

Baukosten: 28 Mio. EUR

Status: UNESCO-Welterbe

Geschichte

Die Löwenburg im Bergpark Wilhelmshöhe wurde von 1793 bis 1801 in mehreren Bauabschnitten im Auftrag von Landgraf Wilhelm IX. von Hessen-Kassel (seit 1803 Kurfürst Wilhelm I.) am Rande der steilen „Teufelsschlucht“ errichtet. Entsprechend der romantischen Vorstellung einer mittelalterlichen Burgruine entstand das Ensemble nach Plänen des Kasseler Architekten Heinrich Christoph Jussow. Ursprünglich war an dieser Stelle nur eine Felsenburg geplant, ab 1794/1795 wurde diese schrittweise ausgebaut. Die Burgruine wurde räumlich erweitert und zu einem voll funktionsfähigen, bewohnbaren Schloss mit absolutistischen Raumfolgen ausgebaut und ausgestattet.

Die Löwenburg wurde im zweiten Weltkrieg teilweise zerstört. Insbesondere der für die Gesamtkomposition und das Raumprogramm entscheidende Bergfried ging verloren. Im Rahmen der Wiederherstellungsarbeiten kurz nach Kriegsende erfolgten zuerst Schuttberäumung, Notsicherung sowie einzelne Reparaturen der beschädigten Substanz. Eine Neueinrichtung des Damenbaus wurde von 1955 bis 1958 realisiert, der Herrenbau folgte von 1965 bis 1972. Der Wiederaufbau des Bergfriedes wurde seit seiner Zerstörung immer wieder angestrebt.

Projektbeschreibung

Die Löwenburg wird grundlegend instand gesetzt. Im Zuge dessen wird auch der Bergfried aus eigens dafür entwickeltem Kunsttuffwerkstein wieder aufgebaut und an den noch vorhandenen Treppenturm aus Naturtuff angebaut. Der 25 Meter hohe Turm mit einem Außendurchmesser von 10 Metern beherbergt die Gesellschaftsräume wie Speisesaal, Bibliothek und Rittersaal, die ebenfalls vollrekonstruiert werden. Die hochwertige Ausstattung der Burg hat sich komplett erhalten, weshalb die Räume hohen musealen Anforderungen gerecht werden müssen. Durch die Rekonstruktion des Bergfriedes als wichtigem Verbindungsglied zwischen Herren- und Damenbau wird nicht nur die Silhouette, sondern auch der Funktionszusammenhang des Gebäudes wiederhergestellt.

Die Entscheidung zu einer Vollrekonstruktion resultiert aus der kulturhistorischen Bedeutung der Löwenburg: Als Kulisse einer mittelalterlichen Burgruine, in der ein vollausgestattetes Lustschloss untergebracht war, hat die Löwenburg die romantische Burgenvorstellung entscheidend geprägt.

Planungsaufgabe
  • Objektplanung
  • Brandschutzkonzept
  • Bestandserfassung
Bauaufgabe
  • Denkmalgerechte Hüllensanierung
  • Wiederaufbau des Bergfrieds
  • Rekonstruktion der schlosszeitlichen Ausstattung des Ostflügels
  • Erneuerung der gesamten Gebäudetechnik

zurück