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Domlinden 28, Brandenburg an der Havel

Domlinden 28, Brandenburg an der Havel

Grundinstandsetzung des repräsentativen Bürgerhauses

Bauherr: Domlinden 28 GbR

Projektzeitraum: 2000-2002

Baukosten: 750.000 EUR

Status: Einzeldenkmal

Geschichte

Das Einzeldenkmal Domlinden 28 ist ein repräsentatives Bürgerhaus aus der Zeit um 1800, in dem sich Elemente des Barock und des Frühklassizismus vereinen. Das große zweigeschossige Gebäude mit barockem Mansardwalmdach ist nicht in eine Straßenfront eingefügt, sondern steht ähnlich einer Villa frei. Aus diesem Grund verfügt es über drei ausgebildete Schmuckfassaden des Frühklassizismus.

In den sechziger Jahren erfuhr das bereits stark geschädigte Gebäude große Eingriffe. Denkmalpflegerischen Belangen wurde dabei nur in Bezug auf die Fassaden Rechnung getragen. Im Innenbereich wurden historisches Inventar und Ausstattung weitgehend entfernt und vier neue Wohnungen hergestellt. Die ehemaligen hofseitigen Nebengebäude wurden abgerissen. Originale Fenster wurden durch Nachbauten ersetzt, Türen, Wandputze (innen und außen) und alle Ausstattungsgegenstände entfernt. Der großzügige barocke Grundriss wurde zugunsten kleinteiliger Raumeinbauten aufgegeben.

Nach jahrelanger Intensivnutzung durch wechselnde Mieterschaft und nahezu zehnjährigen Leerstand befand sich das Objekt bei Übernahme der Bauherrschaft in einem desolaten Zustand. Seit der Sanierung 2002 ist das Gebäude Sitz des Architekturbüros Dr. Krekeler Architekten und Generalplaner.

Projektbeschreibung

Die umfangreichen Schäden am Gebäude erforderten eine umfassende Sanierung. Ein besonderes Problem stellte der weitreichende Befall durch Echten Hausschwamm dar, der in der Deckenebene des Dachgeschosses neben allen Balken- und Sparrenköpfen die gesamte Mauerkrone betraf. Das Mauerwerk war von dicken Myzelsträngen durchzogen. Durch Einsatz eines Sonderverfahrens, einer Heißluftbehandlung der Holzbauteile, konnte der weitgehende Austausch der Holzkonstruktionen verhindert werden. Im Mauerwerk wurde das Myzel isoliert.

Erst die Nutzung als Büro ermöglichte es, die Grundrisse in ihrer barocken Form vollständig wiederherzustellen. Der große Dachraum mit einer Nutzfläche von ca. 210 Quadratmetern konnte durch die Wiederherstellung der ursprünglichen Fledermausgauben auf denkmalverträgliche Weise natürlich belichtet werden und wurde als großer Dachraum mit eingezogener Galerie ausgebaut. Durch ein individuell erarbeitetes Brandschutzkonzept, das viele Ersatzmaßnahmen vorsah, konnten alle Holzbauteile sichtbar belassen werden.

Sorgfältige restauratorische Untersuchungen brachten die wenigen noch verbliebenen Reste an originalen Wandfassungen zu Tage. Für die Gestaltung der Wandflächen wurde ein Farbkonzept entwickelt, das sich an den bauzeitlichen Farben orientiert und in traditioneller Technik in Kalk ausgeführt wurde. Ziel war es, den ursprünglichen Charakter des Bürgerhauses auch nach innen zu tragen und nicht, wie so oft bei Sanierungen, nur auf die Fassade zu beschränken.

Der große Gewölbekeller, der sich unter dem gesamten Haus erstreckt, wurde von modernen Einbauten und neuzeitlichen Wänden befreit. Um die Gewölbe nicht zu beeinträchtigen, wurde auf einen Ausbau und die damit verbundene Vollbeheizung verzichtet. Stattdessen wurde der Ziegelboden wiederhergestellt und gegen aufsteigende Feuchtigkeit eine Bauteiltemperierung eingebaut.

Planungsaufgabe
  • Objektplanung
  • Schwammsanierung
  • Tragwerksplanung
  • Holzschutzgutachten
  • Restauratorische Gutachten
  • Brandschutz
  • A+S-Planung + SiGeKo
Bauaufgabe
  • Umnutzung vom Wohn- zum Bürogebäude
  • Schwammsanierung
  • Aufdopplung der Einfachverglasung zu Kastenfenstern
  • Farbfassung gemäß bauzeitlicher Befunde

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