Audimax Braunschweig

Audimax Braunschweig

Denkmalgerechte Sanierung des Gebäudes

Bauherr: Technische Universität Braunschweig

Projektzeitraum: 2010/11; 2016- 2020

Baukosten: 5.95 Mio. € 

Status: Einzeldenkmal

Geschichte

Das in den Jahren 1959 und 1960 errichtete Hörsaalgebäude befindet sich in zentraler Lage der TU Braunschweig und ist Teil des von Friedrich Wilhelm Kraemer erbauten Gebäudeensembles, das von drei Seiten den rechteckigen Forumsplatz umschließt. Das Gebäude beinhaltet das Auditorium Maximum im Obergeschoss und den Physikhörsaal im Erd- und Untergeschoss.
Es ist als Kubus mit zwei vollflächig verglasten Fassaden ausgeführt, umgeben von einer Terrassenanlage im Obergeschoss und mit allseitig geöffneten Arkaden im Erdgeschoss. Der Entwurf lebt von konzeptionellen Kontrasten zwischen verschiedenen Formen (Bügel, Scheibe und Arkaden), Materialien und Farben sowie von der durchgängigen Detaillierung aller optisch und funktional wirksamen Oberflächen und Bauteile. Auf der Westfassade des Auditoriums befindet sich die Wandinstallation „Wolkenzug über nachtschwarzem Himmel“ von Hans Arp.

Konzipiert wurde das Auditorium Maximum für 900 Studierende, wobei die bauzeitliche Bestuhlung ausgetauscht und die Sitzplatzanzahl reduziert wurde. In den 1970er Jahren fanden erste Sanierungsmaßnahmen an den Fassaden statt, da bereits Spannungsrisse und Korrosion an freiliegenden Bewehrungsstählen der ungedämmten Hohlkammerkonstruktion auftraten. Im Jahr 2000 wurde die Außenwand des Foyers erneuert, die mit der äußeren Stützenreihe eine umlaufende, überdachte Vorzone im Erdgeschoss bildet. Sie ist in weiten Teilen durch eine raumhohe Verglasung vom Außenraum getrennt, deren historisches Achsraster zugunsten eines deutlich kleineren aufgegeben wurde. Die horizontalen Oberflächen im Foyer und im Außenraum (Abhangdecken aus Holzleisten und Werksteinboden mit quadratischer Fugenteilung) haben im Innen- und Außenraum eine identische Beschaffenheit, wodurch eine optische Verbindung erzeugt wird. Dieser Zustand ist durch nachträgliche Baumaßnahmen am Gebäude in Teilen gestört, z. B. durch den Einbau einer Cafeteria im Jahre 1996.

Projektbeschreibung

Erste Sanierungsmaßnahmen fanden bereits in den Jahren 2010/2011 statt. Diese Maßnahmen umfassten die Dachabdichtung inklusive Wärmedämmung über dem Hörsaalkubus, die Lüftungstechnik (Heizung und Frischluft ohne Kühlung), Bodenbelag und Gestühl Audimax sowie die Medientechnik. Außerdem wurden brandschutztechnische Maßnahmen durchgeführt – z. B. die bauliche Abtrennung der beiden südlichen Treppenhäuser durch Glas-Metallelemente und der Einbau von Fluchttüren in der südlichen Glasfassade im EG. Weiterhin wurden bereits zuvor die raumhohen Verglasungen des Erdgeschosses erneuert und eine Cafeteria in das Foyer eingebaut.

Anfang 2016 wurde die Dr. Krekeler Generalplaner GmbH mit dem 2. Sanierungsabschnitt beauftragt. Ziel der Sanierungsmaßnahmen ist der Erhalt der Bausubstanz und die Verbesserung der Aufenthaltsqualität bzw. des Gebrauchswertes, um die gebäudespezifische Nutzung dauerhaft sicherzustellen.
Der heutige Bauzustand ist insbesondere hinsichtlich des unzureichenden sommerlichen Wärmeschutzes für die Nutzer nicht akzeptabel. Vor allem die Nord- und Südfassaden des Hörsaalkubus‘, die noch immer der bauzeitlichen Ausführung entsprechen, bedürfen einer Instandsetzung. Die ca. 8,80 m langen eloxierten Aluminiumprofile tragen eine zweischalige Glasfassade mit außenliegender Festverglasung und innenliegenden Kippflügeln. In die Profile integriert sind die Führungsschienen des außenliegenden, elektrisch fahrbaren Sonnenschutzes (Südseite) und die in den Fassadenzwischenräumen liegenden, elektrisch fahrbaren Verdunkelungsanlagen (Nord- und Südseite). Beide Anlagen sind heute abgängig und ermöglichen eine nur eingeschränkte Nutzung.

Zudem sind sämtliche Sichtbetonoberflächen im Außenbereich verschmutzt und teilweise durch Bewehrungskorrosion stark beschädigt. Hierbei handelt es vor allem um die aus Sichtbeton-Fertigteilelementen errichteten äußeren Stützenreihen und die darüber angeordnete Brüstungsbekleidung. Diese sind in Betonwerkstein-Qualität ausgeführt und erhalten durch die grobkörnigen Zuschlagsstoffe ihr charakteristisches Erscheinungsbild.

Planungsaufgabe
  • Objektplanung (inkl. Bestandsaufnahme; Denkmalpflegerische Zustandsdokumentation)
Bauaufgabe
  • Sanierung der Glas- und Betonfassaden (Hörsaal Audimax inkl. Sonnenschutz- und Verdunkelungsanlage, im EG nur die Oberlichtbänder oberhalb des Brüstungsmauerwerkes innen und außen)
  • Sanierung des begehbaren Daches im 1.OG einschließlich Austausch der Werksteinplatten des Bodenbelages, der Wärmedämmung und der Abdichtung
  • Erneuerung der Holzleistendecke im Erdgeschoss aus Brandschutzgründen inkl. Beleuchtung, Sicherheitsbeleuchtung und Alarmierungsanlagen
  • Sanierung der umlaufenden Holzleistendecke im Außenbereich inkl. Außenbeleuchtung
  • Ergänzung der Brandmeldeanlage und Umsetzung der sonstigen Anforderungen an den Brandschutz
  • Sanierung des Hörsaalgestühls im Audimax
  • Erneuerung der Abhangdecke im Hörsaal Audimax unter Berücksichtigung der raumakustischen Erfordernisse
  • Erneuerung der Haupteingangstüren und Herstellung der barrierefreien Zugänglichkeit zu den Hörsälen
  • Ausbau schadstoffbelasteter Baustoffe
  • Instandsetzung des Bodenaufbaus und Austausch des Bodenbelages im Bereich der Cafeteria
  • Aufarbeitung der Sichtbetonstützen im Außenraum
  • Aufarbeitung der Brüstungsbekleidungen (Sichtbeton / Werkstein)
  • Herrichtung der Nebenräume im Erdgeschoss

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