22.12.2025

Eröffnung des Forster Museums für Textil- und Industriegeschichte

Nach drei Jahrzehnten erfindet sich das Brandenburgische Textilmuseum neu: Zum Jahresende wurde das Museum als „Forster Museum für Industrie- und Textilgeschichte“ wiedereröffnet. Das Ensemble der ehemaligen Textilfabrik wurde umfassend saniert, für die museale Nutzung umgebaut und erweitert. Die Fassaden der baulichen Ergänzungen interpretieren die Ziegelfassaden der historischen Industriearchitektur neu und greifen mit ihrer gewebeähnlichen Struktur das textile Erbe des Ortes auf.

Auf städtebaulicher Ebene bestand das konzeptionelle Ziel darin, den Hofcharakter des im Zweiten Weltkrieg teilzerstörten Ensembles zu stärken. Anstelle des kriegszerstörten Lagerhauses wurde ein neuer Erweiterungsbau errichtet, der wieder eine arrondierte Hofsituation herstellt. Neben dem Foyer beherbergt der Neubau die historische Lokomotive „Schwarze Jule“, das letzte erhaltene Exemplar der Forster Stadteisenbahn. Um das umfangreiche museale Raumprogramm aufnehmen zu können, wurde zudem das teilweise zerstörte Nebengebäude in seiner historischen Kubatur wiederhergestellt und das Heizhaus um ein weiteres Geschoss aufgestockt.

Gestalterisch greifen die baulichen Erweiterungen die historischen Ziegelfassaden im Stil wilhelminischer Industriearchitektur auf, entwickeln sie jedoch zeitgenössisch weiter. Die neuen Bauteile sind ebenfalls aus Ziegel errichtet, unterscheiden sich jedoch vom ornamental gegliederten Bestand durch eine flächige Rasterstruktur, die aus Vor- und Rücksprüngen einzelner Steine gebildet wird – eine subtile Reminiszenz an textiles Gewebe. Mit anderen Worten: Struktur versus Ornament. Anregungen hierzu gaben Zeichnungen aus Textil-Musterbüchern der ehemaligen Fabrik. In den aufgestockten Bereichen zieht sich die Ziegelfassade als lichtdurchlässiges Filtermauerwerk über die dahinterliegenden Fenster. Hierdurch wird der homogene Gesamteindruck der Fassaden verstärkt. Bestand und Neubau fügen sich zu einem stimmigen Ganzen.

Mehr Informationen und Bilder zum Projekt gibt’s hier.