Schinkelkirche, Neuhardenberg

Schinkelkirche, Neuhardenberg

Gesamtsanierung und Rekonstruktion der Raumfassung

Bauherr: Ev. Kirchengemeinde Neuhardenberg

Projektzeitraum: 1999-2005

Baukosten: 1,5 Mio.

Status: Einzeldenkmal

Geschichte

Die Gestalt der Kirche wie auch des ganzen Dorfes Neuhardenberg wurde im frühen 19. Jahrhundert stark durch das Wirken des Karl Friedrich Schinkels geprägt. Nachdem das Dorf durch einen Brand größtenteils zerstört wurde, wurde 1802 der damals erst zwanzig Jahre alte Schinkel mit Planungen für den Wiederaufbau beauftragt. Die Wiederherstellung der Kirche erfolgte unter Einbeziehung der Reste des ausgebrannten barocken Vorgängerbaus.

Nachdem 1814 der preußische Staatskanzler Karl August Fürst von Hardenberg den Ort vom König als Dotation erhielt, wurde Karl Friedrich Schinkel wieder an der Kirche tätig, indem er die Entwürfe für die Ausgestaltung des Innenraums anfertigte. Nach dem Tod des Staatskanzlers 1822 entwarf Schinkel auch dessen Mausoleum, das sich an der Ostseite der Kirche befindet.

Durch Umgestaltungen im späten 19. Jahrhundert und um 1942 wurde das Erscheinungsbild der Kirche erheblich verändert. Insbesondere im Innenraum war aufgrund starker Veränderungen der Sitzbankaufstellung, der Ausmalung und der Fußbodengestaltung das Gestaltungskonzept Schinkels nur noch in Ansätzen erkennbar.

Projektbeschreibung

Vor dem Beginn der Sanierungsarbeiten im Jahr 1999 befand sich die Schinkel-Kirche aufgrund der mangelnden Bauunterhaltung der vorangegangenen Jahrzehnte in einem schlechten Zustand. Das Mauerwerk der Außenwände war durch aufsteigende Feuchtigkeit geschädigt. Undichtigkeiten des Daches hatten zu starken Schäden am Dach- und Deckentragwerk geführt. Weite Teile der Dachkonstruktion und des Mauerwerks im Traufbereich waren vom Echten Hausschwamm befallen. Das Mauerwerk der Außenwände war durch aufsteigende Feuchtigkeit geschädigt. Ferner waren Schäden an der inneren Fachwerkkonstruktion des Turms und an den Natursteinelementen des Mausoleums vorhanden. Der Putz war in Teilbereichen bereits herabgefallen.

In mehreren Bauabschnitten wurden die Reparatur der Dachkonstruktion, die Trockenlegung der Außenwände, die Reparatur des Fachwerks im Inneren des Turms und die Sanierung der gesamten Gebäudehülle durchgeführt. Zur Temperierung des Kirchenraums, und um die Trocknung des durchfeuchteten Mauerwerks zu unterstützen, wurde in die Außenwände ein Heizsystem zur Bauteiltemperierung integriert. Allen Sanierungsmaßnahmen lag der konzeptionelle Gedanke zu Grunde, das schinkelzeitliche Erscheinungsbild der Kirche wieder sichtbar zu machen. Die gestalterischen Entscheidungsfindungen wurden dabei unterstützt durch umfangreiche restauratorische Untersuchungen und baugeschichtliche Recherchen. Mit der Restaurierung des Innenraumes in der Fassung Karl-Friedrich Schinkels wurde das Projekt 2005 abgeschlossen.

Planungsaufgabe
  • Objektplanung
  • Bau im laufenden Betrieb
Bauaufgabe
  • Sanierung der Gebäudehülle
  • Schwammsanierung
  • Dekontamination des Dachstuhles
  • Sanierung des Innenraumes inkl. Ausstattung
  • Rekonstruktion der Raumfassung Karl Friedrich Schinkels
  • Einbau moderner Heiztechnik

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